Hinabgestiegen in das Reich des Todes

Richter, Harald / Grundmann, Hannegreth (Hrsg.)

Das Konzentrationslager, Pastor Johannes Meyer und kirchliche Gedenkstättenarbeit in Ladelund

Hinabgestiegen in das Reich des Todes

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Hinabgestiegen in das Reich des Todes

Richter, Harald / Grundmann, Hannegreth (Hrsg.)

Das Konzentrationslager, Pastor Johannes Meyer und kirchliche Gedenkstättenarbeit in Ladelund

Details

„Auschwitz“ – der Bruch in der Geschichte – zeigte sich auch in Ladelund, als es dort Ende 1944 ein Außenlager des KZ Neuengamme gab. Anders als in so vielen Orten des „Deutschen Reiches“ sorgte der Gemeindepastor Johannes Meyer für ein christliches Begräbnis der KZ-Opfer und verständigte nach dem Krieg die Angehörigen.

Die Gottesdienste und das Gedenken, fortgeführt auch von seinem Nachfolger Harald Richter, halfen gegen das Verdrängen und Vergessen und legten den Grundstein zu einer einzigartigen Form des Gedenkens. Der Autor vermittelt unter der Aussage christlichen Glaubens „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ die verbindende Kraft dieses Gedenkens. Damit schildert er kirchliche Gedenkstättenarbeit in Ladelund als grenzüberschreitende gegenwartsbezogene europäische Gedenkstättenkultur. Ladelund ist schicksalhaft mit dem niederländischen Ort Putten verbunden, weil von den 552 Toten, die zur Vergeltung eines deutschen Soldaten in Konzentrationslagern starben, 110 auf dem Friedhof der Kirchengemeinde begraben wurden. Das gemeinsame Gedenken hat beide Gemeinden seit 1950 zusammengeführt. Putten ist für die Niederlande zum Symbol des NS-Terrors geworden wie Oradour für Frankreich und Lidice für Tschechien.

Harald Richter, Pastor i.R., Jg. 1927, war als Napola-Schüler begeisterter Nationalsozialist und Kriegsfreiwilliger, danach Kriegsdienstverweigerer und mit Gustav Heinemann aktiv gegen die Remilitarisierung. Er studierte Theologie in Bethel, Erlangen und Kiel, wurde als Student Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesamtdeutschen Volkspartei (GVP), war von 1958 bis 1992 Pastor in Ladelund, in dieser Zeit Sprecher der Demokratischen Aktion 1968 für Demokratie und Menschenrechte, gegen Restauration und Neonazismus. Im Sprecherkreis der Aktion „Christen für die Abrüstung“ engagierte er sich für Frieden und Aussöhnung zwischen den Völkern. Durch ihn wurde die Ladelunder Gedenkstätte zu einem Ort des Gedenkens aller Opfer des Naziterrors und ein Lernort für grenzüberschreitendes Miteinander.

Hannegreth Grundmann, Pastorin Dr. theol., Pressesprecherin des ev.-luth. Sprengels Ostfriesland-Ems, Jg. 1967, ist mit der Gedenkstättenarbeit in Ladelund aufgewachsen und engagiert sich dafür seit vielen Jahren, jetzt auch als Sprecherin des Freundeskreises der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund.

Uwe Appold, Jg. 1942, beschäftigt sich von Jugend an mit den Ursachen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und verarbeitet dies in seinen Werken. Eigens für dieses Buch schuf Appold einen Bilderzyklus zum 84. Psalm, der für das Miteinander von Putten und Ladelund Symbolkraft hat.

Zusatzinformation

Verlag Lutherisches Verlagshaus
ISBN 978-3-7859-1183-9
Erscheinungsjahr 2014
Seiten 240
Einband gebunden