»Wohin sollen wir gehen?«
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»Wohin sollen wir gehen?« – Autobiografie von Altbischof Heinrich Rathke
2013 wurde Altbischof Heinrich Rathke 85. Seine Lebensgeschichte ist einzigartig: Er studierte Theologie in Kiel und Erlangen, wurde Vikar in Bayern und 1953 nach Mecklenburg entsandt. Dort folgten Pfarrstellen auf dem Land sowie in Rostock und 1970 die Wahl zum Landesbischof. 1984 gab er sein Bischofsamt auf, um die zeitliche Befristung kirchlicher Ämter zu realisieren. Bis zum Ruhestand wieder Gemeindepfarrer, wirkte er während der Wende aktiv an der Stasi-Enttarnung mit.
Heinrich Rathke hat sein außergewöhnliches Leben mit vielen Aufzeichnungen begleitet. Diese Autobiografie enthält seine bisher nicht dokumentierten Erinnerungen. Sie bietet ausschließlich Texte und Zitate von Rathke persönlich. Außerdem enthält sie Wort- und Sacherklärungen zu 70 Begriffen aus Kirche, Politik und Gesellschaft, die im Text vorkommen. So wird Nachgeborenen ein intensiveres Verstehen der Berichte dieses bedeutenden Zeitzeugen möglich.
»Viele Aufzeichnungen, Erlebnisse und Gedanken konnten eingearbeitet werden. Manches Persönliche musste zurücktreten und mehr danach gefragt werden, wie und wo wir den Weg in und mit unserer Kirche erlebt haben. Der Weg unserer Kirche in den letzten Jahrzehnten ist ein Weg mit vielen Brüchen, Wendepunkten und Sackgassen, wo uns die Frage, die einmal Weggefährten Jesu stellten, nottut und weiterhilft: „Wohin sollen wir gehen …?“« (Heinrich Rathke)
Über den Autor: Heinrich Rathke – Pastor, Landesbischof, Zeitzeuge
Heinrich Rathke prägte über Jahrzehnte die Evangelische Kirche in Mecklenburg. Sein Weg führte ihn vom Theologiestudium in Kiel und Erlangen über Vikariat und Pfarrdienst in Bayern nach Mecklenburg. In ländlichen Gemeinden und in Rostock lernte er die geistlichen, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der DDR aus nächster Nähe kennen. 1970 zum Landesbischof gewählt, übernahm er Verantwortung in bewegten Zeiten. Bemerkenswert ist sein freiwilliger Verzicht auf das Bischofsamt im Jahr 1984, um das Prinzip der zeitlich befristeten kirchlichen Leitungsämter zu stärken. Nach seiner Amtszeit wirkte er wieder als Gemeindepfarrer und engagierte sich in der Wendezeit tatkräftig an der Aufdeckung und Enttarnung von Stasi-Verstrickungen.
Inhalt und Anliegen des Buches
»Wohin sollen wir gehen?« ist mehr als eine Lebensgeschichte – es ist ein Stück Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts im Spiegel persönlicher Erfahrungen. Rathke erzählt von Berufung und Verantwortung, von Leitung in schwierigen Zeiten und von der Kraft des Evangeliums in einer Gesellschaft, die von politischen Loyalitäten, Kontrolle und Umbrüchen geprägt war. Seine Perspektive verbindet pastorale Praxis, theologische Reflexion und historische Beobachtung.
Die Autobiografie zeigt, wie Glaube, Kirche und Gesellschaft in Mecklenburg und Rostock miteinander verwoben sind: von der Nachkriegszeit über die Jahrzehnte der DDR bis in die Wende hinein. Rathke berichtet von Brüchen und Wendepunkten, aber auch von Hoffnungen, neuen Wegen und dem Ringen um Glaubwürdigkeit kirchlicher Leitung.
Ein authentisches Zeitdokument
Alle Texte stammen exklusiv von Heinrich Rathke selbst. Aufzeichnungen, Erinnerungen und Zitate fügen sich zu einem dichten Zeitzeugenbericht zusammen. Die beiliegenden Wort- und Sacherklärungen zu rund 70 Begriffen aus Kirche, Politik und Gesellschaft erleichtern das Verständnis und eröffnen auch jüngeren Leserinnen und Lesern den Zugang zu Kontexten, Strukturen und Sprache der damaligen Zeit.
Historischer Kontext: Kirche in der DDR und Wendezeit
Das Buch gibt Einblick in das Spannungsfeld von Kirche und Staat in der DDR: kirchliche Selbstbehauptung, Gewissensfragen in Leitung und Seelsorge, der Alltag in ländlichen Gemeinden und städtischen Zentren wie Rostock. Es beleuchtet die theologische und ethische Verantwortung kirchlicher Führungsträger und die Suche nach tragfähigen Formen kirchlicher Erneuerung – sichtbar etwa in der Befristung von Leitungsämtern.
Besonders prägnant sind Rathkes Erinnerungen an die Wendezeit, in der er aktiv an der Enttarnung von Stasi-Verstrickungen mitwirkte. Seine Berichte dokumentieren Mut, Differenzierungsvermögen und die geistliche Haltung, mit der er und viele andere Verantwortungsträger die turbulenten Monate begleiteten.
Schlüsselthemen im Überblick
- Studium der Theologie in Kiel und Erlangen; Vikariat und Pfarrdienst in Bayern
- Pfarrstellen in Mecklenburg und Rostock: Gemeinde zwischen Alltag, Seelsorge und Gesellschaft
- Wahl zum Landesbischof (1970): Leitung in bewegten Zeiten
- Prinzip der Befristung kirchlicher Ämter: Verantwortung, Macht und Dienst
- Kirche in der DDR: Glaubenspraxis, Freiheit und staatliche Kontrolle
- Wendezeit: Engagement bei Stasi-Enttarnungen und Aufarbeitung
- 70 Wort- und Sacherklärungen: Orientierung in Theologie, Politik und Gesellschaft
Der Titel als Leitfrage
Die Frage »Wohin sollen wir gehen?« ist biblisch inspiriert (vgl. Johannes 6,68) und wird bei Rathke zur geistlichen und pastoralen Leitfrage: Wohin führt der Weg der Kirche – inmitten von Brüchen, Sackgassen und überraschenden Neuanfängen? Die Autobiografie lädt dazu ein, die eigenen Schritte im Licht des Evangeliums zu prüfen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu suchen.
Besonderheiten der Ausgabe
- Authentische, bisher nicht dokumentierte Erinnerungen eines Landesbischofs
- Exklusive Texte und Zitate aus der Feder Heinrich Rathkes
- Ergänzt durch 70 prägnante Wort- und Sacherklärungen zur historischen und theologischen Einordnung
- Ein wertvolles Zeitzeugnis zur Evangelischen Kirche in Mecklenburg im 20. Jahrhundert
Für wen eignet sich dieses Buch?
- Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitarbeitende in Kirchengemeinden und kirchlicher Bildung
- Studierende und Lehrende der Theologie, Religions- und Zeitgeschichte
- Interessierte an DDR-Geschichte, Wendezeit und kirchlicher Zeitzeugenschaft
- Leserinnen und Leser biografischer Literatur, die authentische Lebenswege suchen
- Als besonderes Geschenk für Jubiläen, Ordinationen, Konfirmations- oder Gemeindejubiläen
Warum »Wohin sollen wir gehen?« lesen?
Diese Autobiografie verbindet persönliche Erinnerung mit kirchlicher Zeitgeschichte – nahbar, reflektiert und geistlich geerdet. Wer verstehen möchte, wie Kirche in Ostdeutschland durch das 20. Jahrhundert gegangen ist, findet hier eine kundige, glaubwürdige Stimme. Ein Buch, das zum Gespräch anregt, Orientierung bietet und die Verantwortung christlicher Leitung im Spiegel der Geschichte zeigt.
| Autoren: | Rathke, Heinrich |
|---|---|
| Erscheinungsjahr: | erweiterte Neuauflage 2015 |
| Verlag: | Lutherische Verlagsgesellschaft |
| ISBN: | 978-3-87503-173-7 |
| Seiten: | 208 mit zahlreichen Schwarzweiß-Fotografien |
| Einband: | Hardcover |
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